Blogtipp: Alles in Klein

Petra vom Münchner Blog AllesinKlein habe ich über Bekannte „gefunden“. Gleich merkt man beim lesen, dass es sich hier um jemanden dreht, der ein Händchen fürs schreiben hat. Petra’s Hintergrund liegt im Journalismus. Witzig und sehr ehrlich schreibt sie über ihren Alltag mit ihren Kids. Da findet man das Ein oder Andere womit man sich identifizieren kann :-)) Wenn jemand in München lebt oder einfach nur mit Kindern zu Besuch ist – unbedingt vorher kurz im Blog durchstöbern. Petra gibt viele Tipps rund um kinderfreundliche Aktivitäten. Hier stelle ich Petra vor – ein kleines Interview zum kennenlernen – viel Spaß beim lesen!! Danke liebe Petra, dass du die die Zeit genommen hast!

1) Stelle Dich und deinen Blog „Alles in Klein“ vor. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Was waren deine Beweggründe?

Ich wollte nach der Geburt meiner Tochter vor drei Jahren etwas machen, das meinen Kopf ein bisschen anstrengt. Und da ich ja frische Mama war, lag es nahe, das zu verbinden. Da ich beruflich auch schreibe, war das Ganze außerdem ein tolles Projekt, um ein bisschen „dran zu bleiben“ während der Elternzeit.

Ich habe dann schnell gemerkt, dass so ein Blog tatsächlich „lebt“. Die Themen ändern sich, die eigene Perspektive, was sich dann natürlich auch auf dem Blog niederschlägt. Und was als kleine Beschäftigung „nebenher“ begonnen hat, ist mittlerweile zu einem ziemlich großen Projekt geworden. Denn wenn du mal drin bist, wenn du ein Netzwerk hast, wenn du Kooperationen schließt und das auch mit Energie und einem gewissen Ziel vorantreibst, dann wird das plötzlich ganz schön zeitfüllend.

Ich liebe es aber sehr, auf dem Blog einfach sein zu können, wie ich bin. Mit meinen Themen, meinen Bildern, meiner Sichtweise. Wenn ich beruflich schreibe, dann bin ich natürlich an die Vorgaben meiner Kunden gebunden. Auf dem Blog bin ich total frei. Deswegen gibt es auch keine thematische Nische, in der ich mich bewege. allesinklein ist ein Blog über all die Dinge und Fragen, die einen bewegen, wenn man Kinder hat. Da gibt es Rezepte und Produkttests genauso wie tiefergehende Gedanken über Beziehung, Liebe und die Rolle als Mutter.

2) Erzähle ein wenig von deinem Werdegang (wo hast du früher gearbeitet, wo hast du Erfahrung sammeln dürfen).

Ich habe Literatur, Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftspsychologie in München studiert, einige Zeit in den USA, in Kalifornien, verbracht und dann lange als PR Managerin in der Unternehmenskommunikation eines großen Reiseveranstalters gearbeitet. Das war ein toller Job, durch den ich viel in der Welt herumgekommen bin. Ich durfte da vieles erleben, viele Länder und spannende Menschen kennenlernen. Als ich dann schwanger wurde und meine Tochter bekam, war aber auch klar, dass es schwer werden würde, nach der Babypause wieder einzusteigen. Deswegen war es für mich naheliegend, mich mit einem Text- und Redaktionsbüro selbstständig zu machen.

Nachdem ich mittlerweile Zweifach-Mama bin, ist der Schritt nochmal besser. Denn mit zwei Kindern den Alltag zwischen Job, Karriere, Haushalt und Familie zu schaukeln, ist wirklich herausfordernd, das ist ja kein Geheimnis. Da bin ich jetzt natürlich insofern ganz gut dran, weil ich meine Arbeitszeit frei einteilen kann, genauso wie die Projekte, die ich annehme. Wenn es nicht mehr geht, dann mach ich eben Pause. Für diese Flexibilität bin ich sehr dankbar, vor allem auch meinem Mann, ohne den unser Modell – so ehrlich muss ich sein – nicht funktionieren würde.

3) Was macht dein Blog so besonders und wie kommst du auf Ideen für deine Artikel?

Ich schreibe über das, was mich bewegt. Und das ist, wie ich im Laufe meiner Bloggerei festgestellt habe, oftmals genau das, was andere Eltern auch bewegt. Die Postings, in denen es um die sehr persönlichen Dinge geht, sind oftmals die beliebtesten. Gefolgt von den Kochrezepten, die es auch ab und zu mal gibt 🙂 Den Spagat zwischen auch mal ein bisschen anspruchsvollen Texten und Alltagskram zu schaffen, darum geht’s mir.

Manchmal begegnet mir eine Situation auf der Straße und ich setze mich gleich hin und schreibe darüber. Manchmal gärt das wochenlang und irgendwann mal passt es irgendwie rein. Oder ganz schnöde: Manchmal benutze ich ein Produkt, das ich unglaublich toll finde und schreibe einfach darüber. Gleiches gilt, wenn ich irgendwo unterwegs bin und denke: Diesen Ort, den muss ich jetzt einfach auf den Blog packen.

4) Wie hat sich dein Leben seit deinem ersten Kind verändert? Bleibt dir auch mal Zeit ausserhalb des „Mamadaseins“?

Verändert hat sich natürlich eine Menge. Bevor man Eltern wird, denkt man: Okay, wir bekommen halt ein Kind, dann sind wir eben zu dritt. Und dann ist das Kind da und du merkst: Oh, wow, es ist wirklich nichts mehr wie vorher. Dein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Du hast plötzlich ganz andere Sichtweisen, einen anderen Tagesablauf, andere Themen, Und auch eine andere Beziehung. Da muss man als Paar erst mal durch.

Vor dem Kind freust du dich total drauf, endlich mal was anderes zu machen als die tägliche Job-Mühle. Das hat was sehr Anziehendes. Endlich mal tagsüber Zeit haben, im Café sitzen, Sport machen, Leute treffen. So stellt man sich das vor. Und dann ist alles ganz anders und nix ist wie es vorher war. Ich hatte schon Mühe, mich in meine neue Rolle einzufinden. Irgendwie kam ich mir plötzlich so nutzlos vor. Bis ich gemerkt habe: Da musst du drüber stehen. Was du machst IST harte Arbeit. Das ist mitnichten nutzlos. Und den Kaffee, den gönn ich mir dann auch des Öfteren. Ohne schlechtes Gewissen.

Ich bin schon eine Latte-Macchiato-Mutti. Aber diese Pausen braucht man auch. Im Job hackelt man ja auch nicht komplett neun Stunden durch, sondern geht mal auf einen Ratsch mit den Kollegen. Wichtig ist, seine eigene Balance zu finden. Ich nehme mir ganz bewusst Auszeiten für mich, sei es mal eine Massage, zum Sport gehen oder einfach nur eine Stunde Ruhe freischaufeln und mal wieder ein Buch in die Hand nehmen. Das muss man natürlich planen. Aber ich hab ein gutes Betreuungs-Netzwerk, auf das ich zurückgreifen kann und den großen Luxus, Großeltern zu haben, die in der Nähe wohnen.

Aber klar ist: Man muss das wollen. Sonst verschiebt man es immer auf „Irgendwann“. Und das bedeutet dann leider allzu oft: nie.

5) Wir von Benni’s Nest freuen uns sehr dass dir unsere Idee gut gefällt. Was findest Du an Benni’s Nest so besonders?

Ich bin großer Fan von natürlichen Materialien. Gerade Holz hat so viele tolle Eigenschaften. Ich erlebe immer wieder, dass bei manchen Dingen rund um die Kinder so viel Aufhebens gemacht wird. Aber an anderen Enden wird dann wieder gespart. Und dabei sind das dann oftmals die wirklich wichtigen, so wie das richtige Bett. Außerdem finde ich eure Geschichte sehr schön. Wie aus der persönlichen Situation eine Geschäftsidee wurde. Das gibt euch eine sehr persönliche Note und das mag ich sehr. Ich kaufe generell lieber bei der kleinen regionalen Manufaktur als beim Discounter. Egal, ob es um Möbel oder um Lebensmittel geht.

6) Hast du Erfahrungen zum Thema Zirbenholz und Baby sammeln können?

Also ich würde jetzt gerne sagen können: Ja. Aber leider hatte ich noch nicht die Möglichkeit. Mein kleiner Mann passt leider nicht mehr in Benni’s Nest, dazu ist er schon zu groß. Da hab ich euch leider zu spät kennengelernt. Es gibt auch viele Hotels, die mittlerweile ihre Zimmer mit Zirbenholz ausstatten – ich hoffe, es ergibt sich einmal die Möglichkeit, das Ganze auf diesem Weg zu testen. Dann auch für uns Erwachsene. Ich lese immer nur wieder, wie toll man schläft. Also, ich bin da jetzt selbst total gespannt.

7) Nenne deine persönlichen „must haves“ bei der Erstausstattung eines Baby’s. Was darf auf gar keinen Fall fehlen? 

Im Grunde hat man ja immer zu viel. Und meistens auch viele komplett unwichtige Sachen. Ich hab mich auch einmal durchs Sortiment geshoppt, als wir unser erstes Kind erwartet haben. Und dann festgestellt: Vieles ist echt überflüssig.

Was man meiner Meinung nach braucht, ist ein guter Kinderwagen, der zu den persönlichen Erfordernissen passt. Also brauch ich eher einen wendigen für die Stadt oder einen robusten für Feldwege auf dem Land? Außerdem ein bisschen Basis-Garderobe für die erste Zeit. Bloß nicht zuviel! Man sortiert sowieso ständig aus, weil die Kids so schnell wachsen.

Einen Wickeltisch, wobei wir seit drei Jahren einen benutzen, der eigentlich ein Provisorium war (der eigentliche hatte Lieferschwierigkeiten). Das ist einfach ein Klapp-Ding für die Badewanne. Und da haben wir festgestellt, dass es am allerpraktischsten so ist, weil der Wasserhahn direkt daneben ist und es im Bad immer schön warm ist. Der eigentliche Wickeltisch wird jetzt eher als allgemeine Ablagefläche verwendet J

Für tagsüber eine Wiege, die man auch mal neben sich stellen kann, wenn man zum Beispiel in der Küche ist, oder eine Wippe. Und dann noch einen guten Hochstuhl, der sich altermäßig anpassen lässt.

Überhaupt nicht kaufen muss man meiner Meinung nach Spielzeug. Davon bekommt man sowieso Unmengen geschenkt. Und mir ist meine Wickeltasche sehr wichtig – wobei ich da keines dieser Riesendinger habe, sondern nur ein kleines Täschchen, in das einfach nur ein paar Windeln und Feuchttücher passen. Ich bin so viel unterwegs, da brauch ich was Praktisches, was man einfach immer fix einpacken kann.

8) Hast du Tipps und Tricks zum Thema Nachhaltigkeit und Baby – lässt sich das in deinen Augen überhaupt vereinbaren?

Naja, ich denke, da kann man an vielen Punkten ansetzen. Man kann auf Bio-Lebensmittel setzen. Was ich sowieso mache. Natürlich kaufe ich auch mal Gemüse aus dem regulären Supermarkt. Am allerliebsten geh ich aber auf den Markt und kaufe bei lokalen Produzenten. Das ist ganz meins: Regional und saisonal zu denken und zu kaufen. Der Preis unterscheidet sich kaum, aber ich hab das Wissen, dass die Gurke halt von der Gärtnerei im Münchner Umland kommt und nicht aus einem spanischen Gewächshaus.

Das Konzept lässt sich auch in andere Bereiche übertragen. Wir haben beispielsweise das Bett der Großen bei einer Schreinerei im Allgäu gekauft, das ist maßgebaut für uns. Wunderschönes Holz (leider keine Zirbe  :-)) und das gute Gefühl, zum einen zu wissen, wo die Bäume herkommen und zum anderen, dass ich damit einen kleinen Handwerkbetrieb unterstütze.

9) Was würdest du als Tipp Mamas bzw. Frauen geben, die einen Blog starten möchten?

Einfach machen. Ein Blog lebt von Authentizität. Also nicht zu sehr verkünsteln. Einfach man selbst sein. Ich weiß, das ist manchmal ein sehr schmaler Grat. Interessante Themen zu bloggen, dabei aber dennoch noch einen Teil seiner Privatheit zu wahren. Mein Mann hat durchaus seine Probleme mit der Offenheit, mit der ich an manche Themen herangehe. Dem versuche ich Rechnung zu tragen und die Themen ein wenig „neutraler“ zu gestalten. Es gibt aber viele Themenbereiche, in denen das auch problemlos möglich ist, beispielsweise ein Food-Blog oder was zum Thema Literatur. Da geht es dann ja gar nicht um persönliche Geschichten.

Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass ein Blog viel Arbeit ist. Natürlich kann man auch nur einmal im Monat was posten. Aber wenn man den Blog betreibt, um damit was zu erreichen – Leser, Kooperationen, vielleicht auch mal ein bisschen Geld verdienen – dann muss man sich dahinter klemmen. Man muss sich einfuchsen ins Texten, ins Fotografieren, in die Grafik und die Technik. Und man muss permanent an seinen Geschichten und seinem Netzwerk dranbleiben. Viele andere Blogs lesen, sich mit anderen Bloggern verknüpfen, auf Events gehen. Auch lernen mit PR-Anfragen umzugehen. Es ist im ersten Schritt total einfach, einen Blog zu starten. Ein paar Klicks und die Seite steht und das kostet auch erst mal gar nichts. Aber wenn die Sache dann wächst und größer wird, dann sollte man ein bisschen vorausplanen.

Für mich ist allesinklein eher so etwas wie meine Visitenkarte, die ich als freie Texterin und Redakteurin nutze, wenn ich mich um Projekte bewerbe. Vor allem im Onlinebereich kommt das gut an und ist dann oftmals so etwas wie meine Textprobe, die ich ohnehin abgeben müsste. Aber das muss dann jeder für sich selbst entscheiden, für wen und über was er schreiben möchte. Hauptsache, es macht Spaß. Das ist das Wichtigste.

10) Hast du ein persönliches Erfolgsrezept? wenn ja, bitte verraten!

Wenn ich mal einen Durchhänger habe, dann hilft es mir oftmals, mich gedanklich wieder ein bisschen gerade zu rücken. Mir vor Augen zu führen, wie gut es mir doch im Grunde geht. Ich habe eine tolle Familie, einen wunderbaren Mann und gesunde Kinder. Das ist mehr als viele andere ihr Eigen nennen können. Und ich reise unheimlich gerne. Reisen ist für mich ein Lebenselixier. Das durfte ich jahrelang beruflich machen und auch privat gibt es für mich nichts Schöneres als unterwegs zu sein und Neues zu entdecken. Das muss auch gar nicht am anderen Ende der Welt sein. Das kann auch vor der Haustür sein. Ich hab ja das Glück in einer wunderbaren Stadt zu leben, von der aus man in Nullkommanichts in den Bergen ist. Die sind mein Kraftort. Im nächsten Leben würd ich wohl gerne eine Zirbe sein, irgendwo in einem Hochtal, und um mich herum springen Gämsen und Murmeltiere 🙂

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www.allesinklein.com

 

 

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Ein Gedanke zu „Blogtipp: Alles in Klein

  1. Petra sagt:

    Liebe Nicole, vielen Dank, dass ich hier dabei sein darf! Schön, dass wir uns „gefunden“ haben 🙂 Liebe Grüße von der Isar – Petra

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